Die Bündner Urkartoffel mit grosser Geschichte
Manche Kartoffelsorten tragen nicht nur Geschmack, sondern auch Geschichte in sich.
Die Parli gehört zu den ältesten bekannten Kartoffelsorten Graubündens. Ihre Erscheinung erinnert sogar an die erste bekannte Kartoffelabbildung des französischen Botanikers Carolus Clusius aus dem Jahr 1589.
Ihren Namen verdankt sie Maria Parli, genannt «la parla». Überliefert ist die Geschichte einer Frau aus Trin, die ihre besonderen Kartoffeln nach Mathon brachte. Von dort verbreitete sich die Sorte weiter und wurde über Generationen vom Prättigau bis ins Safiental geschätzt.
Doch die Parli ist nicht nur wegen ihrer Geschichte wertvoll.
Ihre wahre Stärke zeigt sich in der Küche. Ihr Geschmack erinnert an Marroni, begleitet von einer feinen Butternote – manchmal sogar mit einer überraschenden Anspielung an gekochte Artischocken. Diese besondere Aromatik macht sie zu einer Kartoffel mit aussergewöhnlicher Persönlichkeit.
Für mich ist sie eine Sorte, die zeigt, weshalb alte Sorten erhalten werden müssen: nicht nur wegen ihrer Vergangenheit, sondern wegen dem Genuss, den sie heute noch schenken können.
Verwendung
Die Parli eignet sich hervorragend für:
Was die Parli besonders macht
Die Parli gehört für mich zu den besten Kartoffeln für Kartoffelteige und Kartoffelmassen.
Ihre feine Struktur und ihr intensiver Eigengeschmack machen sie zu einer Lieblingssorte für viele Bergkartoffel-Köche.
Für Kartoffelteige schäle ich sie am liebsten noch heiss nach dem Kochen. In diesem Moment lässt sie sich besonders fein verarbeiten und entwickelt die perfekte Konsistenz. Mehr über die richtige Zubereitung und unsere Tipps für Kartoffelteige findest du in unseren Küchentipps.
Mein persönlicher Tipp: Die Parli längs vierteln und direkt mit einem Sonntagsbraten mitschmoren lassen. Sie nimmt die wunderbaren Aromen der Sauce auf und wird selbst zu einem kleinen Hauptdarsteller auf dem Teller.
Ein Stück Bündner Küche, das zeigt, wie viel Geschichte in einer Kartoffel stecken kann.
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