Aus dem Süden, mit alpiner Seele
Rezept von: Freddy
Ergibt: ½ Gastronormblech (32,5 × 26,5 cm), ca. 2 cm hoch
Die Panisse kommt aus Südfrankreich – wir geben ihr unseren eigenen Charakter. Mit Butter, die als grossartiger Geschmacksträger für eine wunderbar cremige, zarte Struktur sorgt, und mit einer aromatischen Gewürzmischung, die mediterrane und alpine Küche miteinander verbindet.
1,2 l helle Gemüsebouillon
½ TL Kreuzkümmel
½ TL Korianderkörner
2 Knoblauchzehen, in feine Scheiben geschnitten
2 Lorbeerblätter
1–2 Thymianzweige
¼ TL Piment d’Espelette
300 g Bergackerbohnen-Mehl, gesiebt
250 g Butter
Kräutermeersalz
etwas Öl zum Braten oder Backen
Die Gewürzmischung lässt sich nach Belieben variieren. Dazu passen besonders gut Kräuterdips, Tomatensaucen oder ein würziger Joghurt-Dip.
Die geschnittenen Stücke lassen sich hervorragend tiefkühlen und können direkt aus dem Tiefkühler in die Pfanne, den Backofen oder die Fritteuse gegeben werden.
Das Rezept ist geschafft. Jetzt darf gekocht und genossen werden.
Wer noch mehr über die Geschichte dahinter erfahren möchte, darf gerne weiterlesen.
Panisse – schon der Name klingt nach Süden, nach Marseille, nach kleinen Cafés und einem Teller voller goldbrauner, knuspriger Stäbchen.
Die Spezialität ist eng mit Marseille und dem Viertel L’Estaque verbunden. Ihre Wurzeln reichen über das Mittelmeer bis nach Ligurien und Piemont. Italienische Einwanderer brachten die Tradition nach Marseille, wo sie sich zu einem festen Bestandteil der lokalen Küche entwickelte.
Die Grundidee ist bis heute wunderbar einfach: Aus Hülsenfruchtmehl und Flüssigkeit entsteht eine cremige Masse, die gekocht, ausgekühlt, in Stücke geschnitten und anschliessend goldbraun ausgebacken wird. Aussen knusprig, innen weich und cremig – eine einfache Technik mit erstaunlich viel Charakter.
Für unsere Variante haben wir die klassische Zubereitung neu gedacht und statt Kichererbsenmehl unser Bergackerbohnen-Mehl verwendet. So verbinden wir eine mediterrane Küchentradition mit einem alten, wiederentdeckten Produkt aus den Alpen.
Auch die Gewürze erzählen von dieser Verbindung. Marseille war bereits im Mittelalter ein wichtiger Umschlagplatz für Gewürze und Teil eines weit verzweigten Handelsnetzes über das Mittelmeer. Kreuzkümmel und Koriander gehören zu den Aromen, die von diesem jahrhundertealten kulinarischen Austausch erzählen. Zusammen mit Thymian, Lorbeer und Piment d’Espelette geben sie unserer Variante ihren besonderen Charakter.
So wird aus einer mediterranen Küchentradition mit einem alten alpinen Produkt etwas ganz Eigenes.
Die Idee der Panisse bleibt erhalten, während Rohstoff und Aromen eine neue Richtung einschlagen: eine Panisse mit alpiner Seele.
Knuspriges Brot ist erst der Anfang.