Rezeptautor: Freddy Christandl
Eine Erinnerung aus dem Engadin
4 -6 Personen Vorspeise
Pizokels wecken bei mir sofort Erinnerungen an meine Engadiner Zeit.
An eine Küche, die tief mit der Landschaft verbunden war, an Produkte mit Herkunft und an Menschen, die mit wenigen Zutaten etwas Besonderes geschaffen haben.
Mit der Bergackerbohne bekommt dieser vertraute Klassiker nun eine neue Handschrift. Ihr nussiges Aroma passt erstaunlich gut zur Bündner Bergküche und verbindet meine Vergangenheit im Engadin mit unserer heutigen Arbeit im Albulatal.
50 g Lauch in feine Würfel geschnitten
20 g Butter flüssig
2 Bio-Eier
250 g Topfen (Quark)
50 g Dinkel-Weissmehl
150 g Bergackerbohnen-Mehl
Kräutermeersalz
Pfeffer aus der Mühle
120 g Wirz (oder 100 g gekochte Ackerbohnen)
100 g Spinat frisch
60 g Magerspeck, in Streifen geschnitten
1 Msp. Knoblauch
1 Schalotte, fein gehackt
1 TL Butter
Kräutermeersalz
Pfeffer aus der Mühle und Muskatnuss
1 dl geschlagenen Sennereirahm
Pizokel gehören seit Jahrhunderten zur Bündner Küche. Bereits 1799 wurden die „Perzockeln“ als Lieblingsgericht der Bündner Bauern an Festtagen erwähnt. Der Name ist im romanisch-italienischen Sprachraum verwurzelt und hat sich bis heute in vielen Regionen Graubündens erhalten.
Ob als einfache Speise mit Butter und Käse, als Beilage zu Fleischgerichten oder in unzähligen regionalen Varianten – Pizokel zeigen, wie vielfältig die alpine Küche sein kann.
Eine schöne Engadiner Redewendung erzählt zudem von der Wertschätzung dieses Gerichts: Wer nur einen einzigen Pizokel in der Schüssel zurücklässt, macht es „wie jener vom Bizoccal“ – ein Zeichen dafür, dass auch der letzte Rest eigentlich zu schade zum Übriglassen ist.
Knuspriges Brot ist erst der Anfang.