Erfahrung gehört zu den wichtigsten Zutaten.
Gegen Ende des Sommers verändert sich das Bild auf den Feldern. Das grüne Kartoffelkraut beginnt langsam zu welken und trocknet nach und nach ab. Für viele sieht es aus, als würde das Leben aus der Pflanze verschwinden.
Doch genau jetzt geschieht etwas Entscheidendes.
DER RICHTIGE MOMENT
Die Kartoffel zieht ihre Kraft zurück in die Knolle und beginnt, ihre Schale zu festigen. Sie bereitet sich auf die Zeit vor, in der sie geschützt im Boden und später im Keller lagern wird.
Manchmal zwingt das Wetter Marcel dazu, das Kraut früher zu entfernen – etwa wenn Krankheiten drohen. In diesem Moment endet der Reifeprozess früher als geplant, was sich auch auf Ertrag und Qualität auswirken kann.
Nach dem Absterben des Krauts braucht jede Sorte ihre eigene Zeit. Manche sind nach rund zwei Wochen bereit, andere benötigen deutlich länger. Erst dann ist die Schale fest genug, um die Knolle sicher durch die kommende Lagerzeit zu begleiten.
Man könnte sagen: Die Kartoffel zieht ihren eigenen kleinen Wintermantel an.
Auch hier zeigt jede Sorte ihren eigenen Charakter. Manche sind schneller bereit, andere lassen sich mehr Zeit.
Und wieder heisst das wichtigste Wort: Geduld.
Wer zu früh erntet, nimmt der Kartoffel einen Teil dessen, was sie in den vergangenen Monaten aufgebaut hat.
Manches lässt sich nicht beschleunigen.
Schon gar nicht in den Bergen.
Denn am Ende entscheidet nicht nur die Zeit, sondern auch die Erfahrung, wann der richtige Moment gekommen ist.